Die Vogelwelt


Seit mehreren Jahrzehnten wird die Märkische Schweiz avifaunistisch erforscht. Die langjährigen Erhebungen des Brutvogelbestandes, der Durchzügler und Nahrungsgäste zeigt, daß die Vielfalt der Landschaftsstruktur eine besonders reichhaltige Vogelwelt etabliert hat.
Ein besonderes Kleinod in der Vogelwelt der Märkischen Schweiz ist der Eisvogel der, wenn man ihn entdeckt, als Glücksbringer gilt und einen Wunsch erfüllen soll. Ein sehr farbenfroher, seltener Bachvogel, der überwiegend baumbestandene, relativ saubere Fließgewässer in Waldlage besiedelt. Auf Grund dieser spezifischen Lebensraumansprüche liegt ein Verbreitungsschwerpunkt im Fließtal des Stobbers und einmündender kleiner Bäche. Der Eisvogel braucht zum Brüten Steilwände aus lehmigen oder sandigen Böden, in die er seine mehr als 50 cm lange Brutröhre gräbt. Besonders imposant ist es, den Eisvogel beim Fischen zu erleben. Von einer Sitzwarte aus beobachtet er das Fließgewässer und schießt dann wie ein Pfeil ins Wasser, um kleine Fische und Insekten zu fangen. Er jagt aber auch Insekten aus der Luft.
Im Frühjahr und Herbst ziehen zahlreiche Kranichketten über die Märkische Landschaft. Ein Teil dieser Tiere rastet hier und findet in den abgelegenen Feuchtgebieten der Märkischen Schweiz ideale Lebensbedingungen. Der Kranich brütet alljährlich mit einigen Brutpaaren in unserer Landschaft.
Besiedelt werden Zwischen- und Niedermoore, nasse Erlenbruchwälder und verlandete flache Seen und Weiher. Diese Habitate findet er im Naturpark in der offenen Kulturlandschaft als auch in den ausgedehnten Wäldern, sowie in feuchten Wiesengebieten oder Luchen mit Schilf- und Gebüschbeständen. Da der Kranich ein sehr scheuer Vogel ist, können auch schon kleine Störungen ihn aus seinem Brutrevier vertreiben.

Der zweithäufigste Vertreter der Greifvögel in unserem Gebiet ist die Rohrweihe. Sie besiedelt Gewässer mit ausreichendem Schilfbestand. Es werden Seen, flache Gewässer, Teiche, Weiher und Feldsölle, aber auch größere Schilfflächen ohne offene Wasserfläche in der freien Landschaft zum Brüten genutzt. An Waldseen brütet sie nur selten. In trockenen Jahren, wenn das Grundwasser zu stark abfällt, fangen die Rohrweihen nur mit dem Nestbau an, aber es kommt zu keiner Brut. So kann der Bestand in den Jahren stark schwanken.