Der Fischotter


Der Fischotter gehört zu den seltenen und am stärksten vom Aussterben bedrohten Säugetierarten Mitteleuropas. Er wurde lange Zeit wegen seines dichten Fells sehr intensiv gejagt und erlitt einen drastischen Bestandsrückgang. Noch Anfang dieses Jahrhunderts kamen in Deutschland etwa 10.000 Otterfelle pro Jahr zur Ablieferung.
Der Fischotter gilt als Anzeiger für intakte, wenig gestörte Gewässersysteme. Wichtig für den Otter sind natürliche Ufer an Fließgewässern und Seen mit sauberem, sauerstoffreichem Wasser. Die größten Gefahren erwachsen daher dem Otter heute aus der Zerstörung seiner relativ weiträumigen Reviere infolge wasserbaulicher Maßnahmen, der Verwendung von Fischreusen ohne Schutzgitter, in denen schon viele Otter erstickt sind, der touristischen Nutzung der Gewässer und aus der Einleitung von Schadstoffen. Auch der zunehmende Straßenverkehr kann sehr negativ auf den Bestand des Fischotters wirken. In der Zeit von 1992 bis 1995 sind im Naturpark sechs Fischotter durch Autos überfahren worden. Besonders unerfahrene Jungtiere, die in der Ranzzeit häufig viele Kilometer über Land wandern und dabei frequentierte Straßen überqueren müssen, sind stark gefährdet. Diese Todesursachen kann man nur durch den Bau von Otterpassagen an den Verkehrswegen vermindern bzw. vermeiden.
Der Fischotter ist ein recht großer Vertreter aus der Familie der Marder und wird 1,40 m lang, bei einem Körpergewicht von ca. 14 kg.
Die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiven spielfreudigen Tiere schwimmen ausgezeichnet und können bis zu 8 Minuten unter Wasser bleiben und bis zu 18 m tief tauchen, wobei Nase und Ohren geschlossen werden. Die Weibchen besiedeln ein Revier von 5 - 7 km Ausdehnung innnerhalb größerer Reviere der Männchen. Dabei wird in der Regel ein bis zu 100 m breiter Uferstreifen genutzt. Oft führen gut getarnte Ausstiege am Ufer auf regelrechte Pfade, sogenannte 'Ottersteige'. Als Nahrung bevorzugt er Fische, Frösche, Kleinsäuger (Bisamratten, Schermäuse), Muscheln, Schnecken, Krebse, Wasservögel und Wasserinsekten. Seine Lebensdauer kann etwa 15 bis 22 Jahre betragen.